E-Mails an das Rathaus Finnentrop

Da wir von der Gemeinde nicht die Genehmigung eingeholt haben, die Texte des Bürgermeisters zu veröffentlichen, hier vorerst nur die Schreiben von unserer Seite:

 

04.01.2018

Sehr geehrter Herr Heß,

nach dem ich Ihre Antworten erhalten habe hier anbei einmal zur Information ein Artikel aus der FAZ.

Diese Zeitung ist sicher nicht für Populismus bekannt, aber ich muss mich schon sehr wundern, wie unterschiedlich Sie persönlich die Gesundheitsrisiken im Vergleich zu diesem Artikel einschätzen.

Und es gibt etliche Erfahrungsberichte hierzu.

Ihre persönliche Einschätzung haben Sie uns ja bereits in Fretter ausführlich kund getan.

Ich würde mich sehr freuen wenn Sie diesen Artikel, rein der Information dienend, an Ihre Ratsmitglieder weiterleiten könnten.

Anlage: Artikel „Windige Geschäfte“ FAZ vom 07.10.2017


 04.01.2018

Sehr geehrter Herr Heß,

da muss ich Ihnen leider widersprechen. Hier den Mobilfunk als Vergleich zu ziehen ist nicht ganz richtig, gerade im Bezug auf Akzeptanz und Toleranz der Gemeindemitglieder. Beim Mobilfunk war die Sinnhaftigkeit nie in Frage gestellt. Den Mobilfunk brauchten wir und benötigen ihn in Zukunft weiterhin.

Bei der Windkraft liegt die Lage anders. Der erzeugte Strom kann, und das wird auch mit sämtlichen möglichen Speichern nicht funktionieren, nicht genutzt werden. Das ist Physikalisch ausgeschlossen.

Hier handelt es sich lediglich um ein Subventionsprojekt das völlig ausgeartet ist und jeder Sinnhaftigkeit entbehrt.

Natürlich entsteht so Ablehnung wie Hr. Christoph Gerhard im Artikel auch beschrieben hat.

Hr. Ritter hat dies ebenfalls, mit Bezug auf den Neuerungen im ersten Quartal, angedeutet.

Diese gilt es allein wegen der Brisanz des Themas in jedem Fall abzuwarten. Danach muss die Situation neu bewertet werden.


 

05.01.2018

Sehr geehrter Herr Heß,

vielen Dank für Ihre Antwort vom 04.01.2018, die ich mit Interesse gelesen habe.

Ich muss Ihnen in einigen Teilen Ihrer Aussagen leider widersprechen.

Zuerst aber: In der Frage des Bedarfs an regenerativer Energie sind wir uns sicher einig: Es gibt keine bessere Lösung als die Energie unabhängig von Drittstaaten selbst im Land zu erzeugen. Am besten noch, ohne Immissionen zu verursachen.

Zu der Windkraft gibt es physikalisch zwei Möglichkeiten. Entweder verbraucht man den erzeugten Strom sofort, oder aber man speichert ihn. Beide Möglichkeiten sind aber zum einen durch den schwankenden Bedarf nicht möglich, zum anderen durch die begrenzten Speichermöglichkeiten ausgeschlossen. Sollten Sie hier weitere Erkenntnisse haben, so lasse ich mich gerne eines Besseren belehren. Mir ist jedenfalls derzeit nichts bekannt.

Auf die CO2 Bilanz möchte ich hier gar nicht erst eingehen. Die ist bei einem Windrad ebenfalls katastrophal und bei weitem nicht so „Grün“ wie es sich anhört. Dies ist auch keine Neuigkeit und dürfte Ihnen daher auch bekannt sein.

Was aber den drohenden Unfrieden im Frettertal angeht, so stoßen Sie mit Ihrer letzten Mail genau in die Kerbe, die nicht bedient werden sollte. Sie verteilen die Verantwortung auf Bund und Waldverpächter. Das kann ich so nicht stehen lassen.

Die Waldverpächter in Serkenrode sind durch die Bank vernünftige Leute. Ich kenne diese sämtlich persönlich. Aber den Verpächtern wurde, durch eine völlig planlose Energiewende Ihrer Partei, ein Werkzeug in die Hand gelegt, dass es ihnen scheinbar ermöglicht, gutes Geld mit ihrem Eigentum zu erwirtschaften. Sie nutzen nur die Möglichkeit, die sich ihnen derzeit bietet.

Die Investoren nutzen ebenfalls diese, volkswirtschaftlich dem Wahnsinn nahekommenden Möglichkeiten aus. Denn wir alle bezahlen mit unseren Steuern diesen Irrsinn und müssen das wegen der langen Laufzeit der Verträge auch weiterhin. Jedes weitere Windrad verschlimmert die Tendenz.

Im Gegensatz zu den Investoren wären jedoch die Namen der Grundstückverpächter, sowie Ihr eigener, auf ewige Zeiten mit dem drohenden Windpark verbunden. Spätestens, wenn Häuser nicht mehr verkauft werden können oder jemand durch gesundheitliche Probleme umziehen muss, werden die Verpächter und Sie dafür verantwortlich gemacht.

Die Verantwortung nun zu verschieben ist sicher nicht Ihr Anspruch. Die Gemeinde Finnentrop kann durchaus eigenständig Entscheidungen zum Wohle ihrer Bürger treffen. Die Bundesrepublik ist nicht Nordkorea!

Nach meinem Kenntnisstand, und auch hier möchte ich Sie bitten, mich zu verbessern sollte meine Aussage nicht korrekt sein, muss der Rat der Gemeinde Finnentrop den Bau der Windräder final absegnen. Ihre Partei hat eine große Mehrheit im Rat. Die SPD legt Ihnen keine Steine in den Weg. Ihr Einfluss auf die Mitglieder ist also dementsprechend groß genug, um ein eindeutiges Ergebnis zu erzielen.

Dieser Verantwortung können Sie sich nicht entziehen. Ich bitte Sie, die Ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu nutzen, um das drohende Unheil Ihrer Wähler und Wählerinnen im Frettertal zu verhindern oder abzumildern. Denn diesen Einsatz von Ihnen erkenne ich im Moment nicht wirklich.

Durch den immer größer werdenden „Gegenwind“ und der auf Bundespolitik völlig unsicheren Lage, kann von uns niemand voraussagen, wohin die Reise bei der Energiewende in Zukunft geht.

Es ist jedenfalls ein deutlicher Umbruch zu erkennen. Der benötigt aber Zeit!


 

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