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Artikel zum Thema Windkraft im Frettertal

Gegenwind aus dem Frettertal

Peter Plugge, 12.01.2018 – 01:10 Uhr

Serkenrode. Glich der Widerstand gegen die geplante Ausweisung weiterer Flächen für Windkraftanlagen in der Gemeinde Finnentrop bisher eher einem lauen Lüftchen, so weht der Gemeinde, die Bebauungspläne auf den Weg gebracht und städtebauliche Verträge mit potenziellen Betreibern abgeschlossen hat, sowie möglichen Investoren jetzt ein stärkerer Wind aus dem Frettertal entgegen.

Gegenwind Frettertal heißt denn auch eine Interessengemeinschaft von bisher 53 engagierten, überwiegend Serkenroder Bürgern, die sich „große Sorgen wegen der im Frettertal geplanten Windkraftprojekte machen“, wie Georg Schmidt bei einer Zusammenkunft sagte, „und unzufrieden mit der Informationspolitik der Gemeinde Finnentrop zum Stand der Dinge sind“.

Infraschall und Wertverlust

Sie haben Angst, irgendwann „in allen Ecken des Frettertals auf über 200 Meter hohe Windräder zu blicken“, so ein Teilnehmer. „Alles, was das Frettertal ausmacht, soll zerstört werden“. Sie fürchten aber auch um ihre Gesundheit durch die Auswirkungen von Infraschall, der von diesen Anlagen ausgehe. Der aus Serkenrode stammende und dort Eigentum besitzende Psychologe Dr. Paul Richter hat umfangreiches Informationsmaterial hierzu zusammengetragen.

Aber auch massiven Wertverlust ihrer Häuser und Grundstücke durch Windkraftanlagen fürchten die Gegenwindler. Björn Kathol schimpft: „Erst vor wenigen Jahren hat uns die Gemeinde Baugrundstücke für über 80 Euro pro Quadratmeter verkauft“. Angesichts angekündigter verändernder politischer Vorgaben für den Ausbau der Windenergie durch die schwarz-gelbe Landesregierung in Düsseldorf, eines neuen Entwurfs zum Windenergieerlass und eines neuen Ausschreibungsmodells beim Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fordern die Gegenwind-Aktivisten die Gemeinde auf, die weiteren Planungen in Sachen Windenergie auf Eis zu legen und, wie zum Beispiel die Nachbargemeinde Eslohe, erst einmal abzuwarten, bevor man endgültig Pflöcke einschlägt.

Frage nach Beweggründen

Dazu sei der Bürgermeister allerdings nicht bereit, berichtet Georg Schmidt, und „die große Frage, die uns umtreibt, ist die: Welche Beweggründe haben die Gemeinde Finnentrop und Bürgermeister Dietmar Heß, das durchzuziehen statt uns zu schützen?“ Dietmar Heß, der gesagt hatte, er sei den Bürgern, aber auch den Vertragspartnern zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit verpflichtet, schreibt Georg Schmidt ins Stammbuch: „Herr Heß ist Bürgermeister und nicht Industriemeister“.

Moralisch verpflichtet

Der so gescholtene Bürgermeister fühlt sich, mit diesen Vorwürfen konfrontiert, „getroffen“ und betont, dass die Gemeinde immer und bereits frühzeitig über den Stand der Verfahren informierte habe. Er sei „selbstverständlich den Finnentroper Bürgern verpflichtet“, führt er weiter aus, fühle sich aber auch, „wenn nicht rechtlich, dann moralisch zu einem fairen Umgang mit den Vertragspartnern verpflichtet.“ Die seien immerhin mit erheblichen Aufwendungen, „das sind keine Peanuts“, in Vorleistung getreten. „Da können wir Planungen nicht so einfach nach Lust und Laune aufgeben“.

Der Link zum Original-Artikel:    https://www.wr.de/staedte/kreis-olpe/gegenwind-aus-dem-frettertal-id213087179.html

 

Eine Geburtstagskerze, die keiner will

Martin Droste,  14.12.2017 – 01:09 Uhr

Finnentrop. Im oberen Frettertal brodelt es in Sachen Windenergie. Vor allem in und um Serkenrode befürchten viele Bürger, in einigen Jahren von bis zu 240 Meter hohen Windrädern umzingelt zu werden. „Das sieht dann aus wie eine riesige Geburtstagskerze“, sprach Georg Schmidt, ein Bürger, am Dienstagabend vielen Betroffenen aus der Seele und meinte das gar nicht witzig. „Wir haben hier alle Angst“, berichtete eine Anwohnerin und erhielt dafür in der Einwohnerstunde am Ende der Ratssitzung von ihren Nachbarn viel Applaus.

Drei Sondergebiete

Der Tagesordnungspunkt 10 „Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergie“ hatte an diesem Abend zahlreiche Bewohner des oberen Frettertals ins Finnentroper Rathaus geführt. In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft – nordöstlich von Schöndelt, nordwestlich von Serkenrode und nördlich von Ostentrop – hat die Gemeinde Finnentrop bereits Verfahren zur Ausweisung von Sondergebieten eingeleitet, in denen Windräder gebaut werden könnten.

„Die Konzentration von Windrädern im Frettertal macht uns Angst“, brachte Georg Schmidt die Stimmung vieler Bürger nach der Ratssitzung auf den Punkt. „Wenn sie einmal stehen, haben wir keine Chance mehr.“

Neben gesundheitlichen Gefahren befürchten Schmidt und die anderen Kritiker einen erheblichen Eingriff in das Landschaftsbild und negative Auswirkungen auf die Immobilienpreise. Von der Gemeindeverwaltung fühlen sich Georg Schmidt und Co. zudem unzureichend informiert.

Die Befürchtungen der Frettertaler kann CDU-Ratsherr Werner Hüttemann gut verstehen: „Ich werde alles versuchen, das nicht alles im oberen Frettertal landet.“ Und deshalb will der in Serkenrode wohnende Hüttemann auch das Oberbecken bei Rönkhausen als mögliche Vorrangfläche für Windenergie im Spiel belassen.

„Ich will nicht den Eindruck erwecken, dass dieses Gebiet unantastbar ist“, begründete der CDU-Politiker seine Enthaltung, eine von insgesamt sieben.

Der Großteil der Ratsmitglieder folgte aber dem von Ralf Beckmann (CDU) vorgetragenen Beschlussvorschlag, gegen die Ausweisung einer Vorrangfläche für den „Suchbereich 1“ (Oberbecken Rönkhausen) zu stimmen, „um kein viertes Fass aufzumachen“.

Landschaft und Wind

„Wer erzählt, wir könnten Windkraft verhindern, der treibt die Bürger hinters Licht“, redete Bürgermeister Dietmar Heß (CDU) Klartext. Heß warnte davor, seitens der Gemeinde Planungsinstrumente aus der Hand zu geben. „Dann haben wir keinen Einfluss mehr und es besteht das Risiko, dass genau das entsteht, was wir verhindern wollen“, appellierte der Bürgermeister an die betroffenen Bewohner. An der Privilegierung der Windkraft sei nun mal nicht zu rütteln.

Zusammen mit den betroffenen Bürgern will Heß versuchen, „die Dinge so zu kanalisieren, dass wir sie einigermaßen steuern können“. Wenn man gar nichts mache, bestehe die Gefahr, in einigen Jahren „von Anlagen umzingelt“ zu sein. „Der liebe Gott“, so Dietmar Heß, „hat uns die schöne Landschaft gegeben, aber auch den Wind.“
Link zum Original-Artikel  https://www.wr.de/staedte/kreis-olpe/eine-geburtstagskerze-die-keiner-will-id212848237.html

 

 

https://www.lokalplus.nrw/nachrichten/politik-finnentrop/windkraft-planungen-am-oberbecken-in-roenkhausen-liegen-auf-eis-20273
Lokalplus NRW vom 13.12.2017

https://www.lokalplus.nrw/nachrichten/politik-finnentrop/fairness-und-verantwortung-gegenueber-anwohnern-und-umwelt-20181
Lokalplus NRW vom 11.12.2017

 

https://www.lokalplus.nrw/nachrichten/politik-finnentrop/gemeinde-finnentrop-beantwortet-fragen-zur-windkraft-planung-am-oberbecken-20096
LokalplusNRW vom 07.12.2017

https://www.wp.de/staedte/kreis-olpe/keine-windkraft-am-finnentroper-oberbecken-id212769343.html
www.derwesten.de vom 07.12.2017

 

Investor plant Windräder-Errichtung am Oberbecken
Freie Wähler: Öffentliche Anfrage zu Windkraftplanungen der Gemeinde Finnentrop
LokalplusNRW vom 06.12.2017

Finnentrop. Die Windwärts Energie GmbH plant, im „Suchbereich 1“ am Oberbecken in Rönkhausen, fünf Windräder mit einer Gesamthöhe von 240 Metern zu errichten. Der Umweltausschuss und der Rat der Gemeinde Finnentrop befassen sich in ihren Dezember-Sitzungen mit der Angelegenheit (LokalPlus berichtete). Im Vorfeld hat die Fraktion der Freien Wähler für Finnentrop eine öffentliche Anfrage hat Bürgermeister Dietmar Heß geschickt.
Die Anfrage im Wortlaut: „Sehr geehrter Herr Heß, im Rahmen der Sitzungen des Umwelt-, Bau- und Planungsausschusses am 07.12.2017 und des Rates der Gemeinde Finnentrop am 12.12.2017 stehen Entscheidungen zum Thema Windenergie in der Gemeinde Finnentrop an.

Mit der Sitzungsvorlage 116/2017 legt die Verwaltung einen Antrag des Vorhabenträgers „Windwärts Energie GmbH“ mit dem Ziel einer Einleitung der Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans (92.Änderung) sowie des Bebauungsplans (Nr. 120, Windenergie Oberbecken) vor. Gemäß Sitzungsvorlage ist über den Abschluss eines städtebaulichen Vertrages mit dem Vorhabenträger zu entscheiden.
Neunteiliger Fragenkatalog
Nach §12 Abs.1 BauGB kann die Gemeinde „durch einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan die Zulässigkeit von Vorhaben bestimmen, wenn der Vorhabenträger auf der Grundlage eines mit der Gemeinde abgestimmten Plans zur Durchführung der Vorhaben und der Erschließungsmaßnahmen (Vorhaben-und Erschließungsplan) bereit und in der Lage ist und sich zur Durchführung innerhalb einer bestimmten Frist und zur Tragung der Planungs-und Erschließungskosten ganz oder teilweise vor dem Beschluss nach §10 Abs. 1 verpflichtet (Durchführungsvertrag). Die Begründung des Planentwurfs hat die nach §2a erforderlichen Angaben zu enthalten.“

Deswegen bitten wir die Verwaltung, uns dazu kurzfristig ihre Einschätzung mitzuteilen. Ein Blick auf die öffentlichen Informationen des Bundesministeriums für Justiz (www.bundesanzeiger.de), insbesondere auf die wirtschaftlichen Eckdaten des Vorhabenträgers, wird dabei hilfreich sein.
Wie gedenkt die Verwaltung mit der Tragung der Planungs- und Erschließungskosten zu verfahren? Wird sie den Planungsträger auf Übernahme dieser Kosten in Gänze verpflichten?
Wird der Planungsträger verpflichtet, auch die bereits eventuell entstandenen Kosten der Gemeinde zu übernehmen (ggf. erstellte Umweltberichte, artenschutzrechtliche Prüfungen, etc.)?
Erwartet die Verwaltung im Kontext ihrer Sitzungsvorlage Kosten für die Gemeinde und damit Belastungen für künftige Haushalte?
Verpflichtet die Verwaltung den Planungsträger zur Kostenübernahme von erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen?
Verpflichtet die Verwaltung den Planungsträger zur Abschaltung zu bestimmten Monatszeiten, um die Tötungsrisiken für bestimmte geschützte Arten zu minimieren?
Verplichtet die Gemeinde den Planungsträger zur Abschaltung der Anlagen am Oberbecken bei Eiswurfgefahr?
Verpflichtet die Verwaltung den Planungsträger, seinen Gesellschaftssitz dauerhaft nach Finnentrop zu verlegen?
Was bedeutet die Aussage des Vorhabenträgers „“einer Investition durch die Gemeinde Finnentrop steht Windwärts offen gegenüber“? Beabsichtigt die Gemeinde Finnentrop eine Investition von Steuergeldern in ein solches Projekt?

Sie werden sicherlich Verständnis dafür haben, dass wir diese Anfrage bewusst öffentlich stellen, da die Thematik „Windkraft“ bekanntermaßen von hohem öffentlichen Interesse ist.“

 

 

 

Umweltausschuss und Rat der Gemeinde Finnentrop befassen sich mit Antrag
Investor plant die Errichtung von fünf Windrädern am Oberbecken
LokalplusNRW vom 06.12.2017

Finnentrop. Der Umwelt-, Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Finnentrop befasst sich in der Sitzung am kommenden Donnerstag, 7. Dezember, mit der Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergie. Im Mittelpunkt steht dabei der sogenannte „Suchbereich 1“ (Oberbecken Rönkhausen), in dem die Windwärts Energie GmbH fünf Windenergieanlagen mit 240 Metern Gesamthöhe aufstellen lassen möchte.
Die Windräder sollen westlich, südwestlich und südlich des Oberbeckens entstehen. Das Hannoveraner Unternehmen hat bei der Gemeindeverwaltung einen Antrag auf die Einleitung eines Bauleitplanverfahrens zur Ausweisung einer Vorrangfläche für den entsprechenden Bereich gestellt. Entgegen der ursprünglichen Planung geht es dabei um die Errichtung von fünf statt acht Windenergieanlagen. Darauf habe sich das Unternehmen mit der Gemeinde geeinigt, teilen beide Seiten mit.

Durch den Verzicht auf drei angedachte Windräder möchte der Investor „einen Beitrag für eine höhere Akzeptanz des Vorhabens leisten“. Damit seien „insbesondere Standorte in den Randlagen Richtung Rönkhauen und Lenhausen (…) ersatzlos gestrichen“, heißt es im „Steckbrief Windenergieprojekt am Oberbecken“, den die Windwärts Energie GmbH der Gemeinde vorgelegt hat.
Artenschutzrechtliche Auflagen erfüllt
Darin wird der Planungsstand zum 23. November vorgestellt. Die wichtigsten Daten: Laut Steckbrief werden die Grenz- und Richtwerte für Schalllärm und den Schattenwurf von Rotorblättern eingehalten. Die Windräder sollen in einem Abstand zwischen 1000 und 1500 Metern zu allen Ortslagen errichtet werden. Mehrere unabhängige Gutachten in Sachen Natur- und Artenschutz belegten darüber hinaus, dass durch die Standortwahl der Windräder keine übermäßige Gefährdung von „potentiell kollisionsgefährdeten oder bedrohten Tierarten“ ausgeht.

In dem Steckbrief räumt das Unternehmen zwar ein, dass sich das Landschaftsbild im Bereich des Oberbeckens und des Wanderweges „Sauerland-Höhenflug“ „aufgrund der Anlagenhöhe von rund 240 m“ verändern werde. Aber: „Die optische Veränderung wird in Abhängigkeit von der Entfernung, dem Relief und dem Bewuchs sehr unterschiedlich ausfallen.“ Auch direkte Auswirkungen auf den Wanderweg werden in dem Steckbrief genannt: Rund ein Kilometer des Wanderwegs würde laut Plan zwischen den Anlagen 1, 2 und 5 entlangführen, zudem würden Betriebsgeräusche auf einer Strecke von rund 1,5 Kilometern zu hören sein.
„Windwanderweg“ als Touristen-Attraktion
Eingriffe, die aber auch als Chance begriffen werden könnten, wenn es nach der Windwärts Energie GmbH geht. Der Vorschlag: „Durch die geschickte Einbindung des Windparks in das Konzept des Sauerland-Höhenflugs als einen ,Windwanderweg´ könnte dieser um eine touristische Attraktion erweitert und aufgewertet werden. Auch bietet es sich an, das Oberbecken als zweite regenerative Energiegewinnung in das Konzept eines Windwanderwegs mit einzubinden und die Attraktivität zu steigern.“ Die Gefahr von Eiswurf soll durch eine behördlich vorgeschriebene Abschaltautomatik bei Eisbildung verhindert werden.

Abschließend werden in dem Steckbrief noch einige laut „Windwärts“ relevante Punkte aufgelistet, darunter der Hinweis, dass die „verkehrsmäßige Erschließung der Standorte und ein Netzanschluss zur Einspeisung des erzeugten Stroms geprüft und möglich sind“. Das Unternehmen will er Gemeinde darüber hinaus Investitionen in das Vorhaben ermöglichen und ein „Poolflächenkonzept“ umsetzen, mit dem sich alle Grundstückseigentümer an den Pachtzahlungen beteiligen sollen.
Abstandsregelung nur noch ein „weiches Tabu“
Nachdem die Bezirksregierung Arnsberg ihre Windkraft-Planungen eingestellt hat, gelte das Einhalten eines 600-Meter-Abstands zum Premiumwanderweg „Sauerland-Höhenflug“ nicht mehr als hartes Kriterium, sondern „allenfalls als ,weiches Tabu´“ für die Planungen der Gemeinde, heißt es in der Vorlage zur Sitzung des Umweltausschusses. Zwar müsse die Kommune „möglichst konfliktarme Konzentrationszonen“ ausweisen; das würde mit Blick auf den 600-Meter-Abstand allerdings bedeuten, dass die Vorrangzone stark verkleinert und lediglich Platz für zwei Windräder bieten würde.

Der Ausschuss beschließt nicht nur über den Antrag der Windwärts Energie GmbH, Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes sowie des Bebauungsplanes. Auch darüber, ob die Verwaltung mit der landesplanerischen Abstimmung beauftragt wird und ob ein städtebaulicher Vertrag mit dem Hannoveraner Unternehmen abgeschlossen werden soll, muss der Ausschuss entscheiden. Wenige Tage später (12. Dezember) befasst sich der Gemeinderat dann mit der Angelegenheit.

lokalplus.nrw freie-waehler-kritisieren-buergermeister-hess-und-windkraft-planungen
vom 18.11.2017

Finnentrop. Für drei Suchbereiche bei Serkenrode, Ostentrop und Schöndelt haben sich Investoren gefunden, mit denen die Gemeinde Finnentrop über die Errichtung von Windkraftanlagen verhandelt. Ein weiterer Anleger hat Interesse an einer Vorrangzone, die sich im Bereich des Oberbeckens in Rönkhausen befindet. Das hat Bürgermeister Dietmar Heß jetzt auf LokalPlus-Anfrage erklärt. Bei den Freien Wählern stößt das Vorgehen des Gemeindeoberhaupts auf Unverständnis und löst massive Kritik aus. Die Stellungnahme der Freien Wähler im Wortlaut:

„Nun ist die „Katze aus dem Sack“. Die Windkraft kommt nach Finnentrop. Mit großem Sturm in allen Suchgebieten und mit Rückenwind aus der Verwaltung. „Heß betont, dass die Gemeinde beim Thema Windkraft nicht nur den Einwohnern, sondern auch den Investoren gegenüber verpflichtet sei.“ (Zitat aus dem LokalPlus-Bericht, Anm. d. Red.) Um welche Verpflichtung handelt es sich gegenüber den Investoren? Wurden von der Verwaltung Zusicherungen ausgesprochen oder gar Verträge geschlossen, die nicht vom Gemeinderat abgesegnet sind?

Der Bürgermeister ist in erster Linie den Bürgerinnen und Bürgern und dem Rat verpflichtet. Wieso erfahren sie aus der Presse den Planungsstand zur Windkraft? Anfragen von uns und von Bürgerinnen und Bürgern zur Windkraft wurden nur oberflächlich und inhaltlich absolut leer beantwortet. Nennt der Bürgermeister dieses Vorgehen transparent? Sollten hier ggf. alle Bürgerinnen und Bürger eingeschläfert werden, um ihnen zu gegebenem Zeitpunkt die festgezurrten Fakten um die Ohren zu hauen?

Bürgern und Landschaft verpflichtet

Mit den Projektierern der Windkraftanlagen arbeitet der Bürgermeister partnerschaftlich zusammen. So war zu lesen: „STAWAG, Enervie und SL NaturEnergie hätten sich nicht nur partnerschaftlich verhalten, sondern „im Voraus alle viel bringen müssen“. Konkret: unter anderem Windkraftmessungen vornehmen und artenschutzrechtliche Gutachten erstellen lassen. „Das kostet viel Geld, und es wäre unfair, jetzt zu sagen, dass wir erstmal abwarten wollen.“ (Heß-Zitat aus dem LokalPlus-Bericht, Anm. d. Red.) Diese von ihm hier eingebrachte Energie fordern wir vom Bürgermeister ein, um mit den Bürgerinnen und Bürgern partnerschaftlich zusammenzuarbeiten!

Es geht bei der Errichtung von Windkraftanlagen nicht um „Fairness“ zu Projektierern, sondern in erster Linie um die Gesunderhaltung der Bürgerinnen und Bürger, um den Schutz der Landschaft und um den Willen der Bevölkerung.

Rönkhausen-Pläne sorgen für Unverständnis

Das Suchgebiet am Oberbecken wurde seinerzeit von der Gemeinde mit der Rotampel belegt, weil dort Schwarzstorch und Rotmilan leben. Wie konnte man dort Planungen zulassen? Wieso wurden die Bürgerinnen und Bürger nicht informiert?

Wir, die Freien Wähler Finnentrop e.V. stehen zusammen mit unserer Fraktion im Rat der Gemeinde auf der Seite der Windkraftgegner.“
(LP)

 

lokalplus.nrw windkraft-langwierige-planungen-in-drei-suchbereichen-19506
vom 16.11.2017

Finnentrop. Diskussionen, Aufregung und Verunsicherung: Dafür sorgen das Thema Windkraft und die Frage nach dem aktuellen Planungsstand in der Gemeinde Finnentrop seit Jahren. Bürgermeister Dietmar Heß spricht auf LokalPlus-Anfrage von einem „insgesamt sehr komplexen Thema“. Der Stand der Dinge: Für drei – auch öffentlich bekannte – Suchbereiche gibt es Investoren für Windkraftanlagen, mit denen die Gemeinde Finnentrop Gespräche führt. Für einen weiteren Bereich hat ein Investor Interesse angemeldet. Aber: Bis zur Genehmigung für den Bau von Windkraftanlagen sei es insgesamt noch ein weiter Weg, der „selbstverständlich“ auch über die Bürgerbeteiligung führe, so Heß.

Die bekannten Suchbereiche

Nordwestlich von Serkenrode liegt der „Suchraum 3b“. Hier möchten die Stadtwerke Aachen (STAWAG) Windräder aufstellen. „Planungsrechtlich sind wir hier am weitesten“, sagt Dietmar Heß, „aber auch hier haben wir noch nicht alle Hindernisse aus dem Weg geräumt.“

Für den „Suchraum 5“ nordöstlich von Ostentrop hat sich mit dem südwestfälischen Energieversorger Enervie mit Sitz in Hagen ein Investor gefunden.

Im „Suchraum 6“ oberhalb von Schöndelt gibt es zwei Investoren – und laut Heß einen „Sonderfall“. Bei einem Teil der Fläche, bekannt als „Buchhagen“, handelt es sich nämlich um das ehemalige Nato-Gelände, das im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben ist. Die BImA hat das Areal dem Windparkerrichter und –projektierer Ostwind (Regensburg) verpachtet. Für das Ex-Nato-Gelände liegt lediglich das Planungsrecht bei der Gemeinde Finnentrop.

Investor für die übrige Fläche im „Suchraum 6“ ist die Firma SL NaturEnergie (Gladback), die sich auf Photovoltaikanlagen und Windenergie spezialisiert hat. Das Unternehmen betreibt nach Angaben von Dietmar Heß bereits zwei der drei bestehenden Windkraftanlagen in Schöndel. SL habe angeboten, diese beiden Anlagen zu entfernen, was Heß begrüßen würde: Die derzeitigen Standorte der Windkaftanlagen seien „nicht optimal“. Voraussetzung sei dafür allerdings die Errichtung neuer Windräder im Planbereich.

Die Planungen

In den drei genannten Suchbereichen seien die Entwürfe für Bebauungspläne in Arbeit. Bis zur Fertigstellung der Pläne liege aber noch viel Arbeit vor allen Beteiligten, sagt Heß. Noch viel weiter entfernt seien die Punkte Genehmigung und Realisierung, denn: Der Entwurf der Pläne muss öffentlich, auch in Bürgerversammlungen, vorgestellt werden. Über den Entwurf und Anregungen der Einwohner muss der Rat entscheiden, ehe ein Bebauungsplan überhaupt aufgestellt werden kann. Erst danach kann ein Investor eine Baugenehmigung beantragen, die der Kreis Olpe erteilen muss.

Grundsätzlich bedeute ein Bauplan Sicherheit für Investor, Kommune und Bürger, sagt Heß. Der Plan als Rechtsgrundlage nämlich lege einen konkreten Standort für die Errichtung von Windrädern fest. „Damit unterliegt der Bau von Windrädern nicht mehr der Willkür des Investors“, so der Bürgermeister. Im Bauplan seien außerdem die Interessen des Allgemeinwohls – unter anderem der Mindestabstand zur Wohnbebauung – festgehalten und gesichert. Geht es schließlich an den Bau der Windkraftanlage, brauche es für jede einzelne eine separate Baugenehmigung. Ein kompliziertes und langwieriges Verfahren.

Die Investoren

„Das sind alles Partner, die wir kennen und mit denen wir vertrauensvoll zusammenarbeiten“, sagt Finnentrops Bürgermeister über die drei Investoren, mit denen die Gemeinde verhandelt. Mit Ausnahme des Bereichs „Buchhagen“ wolle sich die Kommune wie angekündigt an den Investitionen beteiligen und Projektgesellschaften gründen. Damit habe die Gemeinde zum einen Mitspracherecht bei den Planungen, womit sich alle drei Investoren auch einverstanden gezeigt hätten. Zum anderen könne sich die Kommune damit zivilrechtlich absichern, beispielsweise die Einhaltung einer bestimmten Maximalhöhe von Windrädern festlegen.

Heß betont, dass die Gemeinde beim Thema Windkraft nicht nur den Einwohnern, sondern auch den Investoren gegenüber verpflichtet sei. STAWAG, Enervie und SL NaturEnergie hätten sich nicht nur partnerschaftlich verhalten, sondern „im Voraus alle viel bringen müssen“. Konkret: unter anderem Windkraftmessungen vornehmen und artenschutzrechtliche Gutachten erstellen lassen. „Das kostet viel Geld, und es wäre unfair, jetzt zu sagen, dass wir erstmal abwarten wollen.“

Die rechtliche Lage

Abwarten: Das ist genau das, was viele Einwohner sich jetzt wünschen. Die neue schwarz-gelbe Landesregierung etwa hat Änderungen des Windenergieerlasses beschlossen, mit denen voraussichtlich ab 2018 unter anderem der Mindestabstand zu Wohngebieten auf 1500 Meter ausgeweitet werden soll. Die verschärften Regelungen, so die Hoffnung von Windkraftgegnern, könnten auch bestehenden Planungen für den Bau neuer Anlagen einen Strich durch die Rechnungen machen.

Hoffnungen, die Dietmar Heß nicht teilt, vor denen er sogar warnt. Zum einen gebe es aktuell nach wie vor keine neue Rechtslage. Somit seien die Kommunen nach wie vor gesetzlich dazu verpflichtet, Vorrangzonen für die Errichtung von Windkraftanlagen auszuweisen. Zum anderen falle der Windenergieerlass unter das Bundesrecht, könne also nicht allein von der NRW-Regierung vorgegeben werden.

Der vierte Suchbereich

Eigentlich war der Bereich rund um das Oberbecken in Rönkhausen laut Heß als Vorrangzone „schon ein bisschen aus der Debatte“. Nach den Regularien der Bezirksregierung Arnsberg, die ihre Windkraft-Planungen im Sommer eingestellt hat, sei der Suchraum nicht infrage gekommen, weil der Abstand zum Premiumwanderweg „Sauerland-Höhenflug“ mit rund 600 Metern zu niedrig sei. Das könne zwar nach wie vor ein Ausschlusskriterium sein, sagt Heß.

Allerdings sei ein Investor auf die Gemeinde zugekommen, der auch schon Vorverträge mit Grundstückseigentümern abgeschlossen habe. Am 7. Dezember wird sich der Umweltausschuss mit der Angelegenheit beschäftigen. Nach Angaben des Bürgermeisters gilt der Bereich rund ums Oberbecken bereits seit den 1980er Jahren als besonders windstarker Standort, im Sauerland sogar als der windstärkste.

www.lokalplus.nrw/regionalrat-beschliesst-ende-der-windkraft-planungen
vom 06.07.2017

www.wp.de/naturschutzverein-finnentrop  vom 10.05.2017

Windkraft Argumente – Widersprüche – Sauerland von Clemens Bernemann, April 2017

Pater J. Wrede aus Schliprüthen nimmt Stellung zur Windkraft 09.04.2017

www.wp.de/der-schnellere-weg-zur-windkraft     vom 22.02.2017

Die Diskussion um Windkraft in Finnenrop geht weiter  WP vom 10.06.2016

Hess verteidigt Windkraft – LokalPlus vom 11.05.2015

 

Windkraft holt die Leute vom Sofa

Barbara Sander-Graetz, 08.05.2015 – 17:08 Uhr

Einwohnerversammlung in Schönholthausen. Ein Schwerpunkt war die Windenergie.  Foto: Sander-Graetz

Eine Diskussion gab es nicht, dafür viele Informationen rund um Themen, mit denen sich die Gemeinde Finnentrop zurzeit im Frettertal, in Schönholthausen und Umgebung befasst. Die Gemeinde Finnentrop mit Bürgermeister Dietmar Heß und Beigeordneter Aloys Weber an der Spitze hatte am Mittwochabend in die Schützenhalle zu einer Einwohnerversammlung geladen und die Halle war voll. Windkraft und Dichtheitsprüfung sind Themen, die bewegen und die Leute vom Sofa holen, selbst wenn Fußball angesagt ist.

Finnenrtrop auf Platz 15

Nachdem Kriminalhauptkommissar Michael Klein von der Kreispolizeibehörde Olpe zum Thema „Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls“ ausführlich referiert hatte, ging Heß als erstes das Thema Windenergie an. „Wir haben hier besonders ergiebige Gebiete und stehen in NRW auf der Rangliste mit der Gemeinde auf dem 15. Platz“, so Heß.

Neun Suchräume gibt es, die alle im Frettertal liegen. Drei will die Gemeinde am Ende erschließen, doch kein Raum, so der Bürgermeister, sei unproblematisch. „Bei der Suche müssen wir nicht nur Rücksicht auf die Natur nehmen, sondern auch auf die Menschen“, so Heß, Bei Abständen zur Bebauung, zu Naturschutzgebieten oder auch Friedhöfen.

Gemeinsam ertragen

„Um die Gemeinde nicht mit 200 Meter hohen Windrädern zuzupflastern, haben wir noch viel zu kämpfen. Aber wir können auch nicht Nichts machen. Wir sollten es so begrenzen, dass wir es gemeinsam ertragen können“, appellierte der Bürgermeister.

Daher sollen auch nicht nur die Eigentümer und die Energieversorger von der Windkraft profitieren, sondern letztlich alle, damit eine breite Akzeptanz entsteht. Daher gibt es Überlegungen zu sogenannten Flächenpachtmodellen, bei denen neben den Eigentümern auch sonstige Betroffenen berücksichtigt werden sollen. „Außerdem wollen wir als Gemeinde mit den Energieversorgern ein Beteiligungsmodell gründen, um eine Wertschöpfung vor Ort zu behalten. So bekommen wir auch weiterhin einen rechtlichen Zugriff auf mögliche Konzentrationsflächen in der Zukunft“, führte Bürgermeister Heß aus.

Knackpunkt Drehfunkfeuer

Eigentlich sollte in diesem Jahr schon mit dem Bau der ersten Windkraftanlagen begonnen werden, doch das Flächennutzungsplanverfahren ist noch nicht eingeleitet worden. Ein Knackpunkt scheint dabei das Drehfunkfeuer „Germinghausen“ oberhalb von Hülschotten zu sein.

Dieses wird als Signal für Flugzeuge von der Deutschen Flugsicherung betrieben. Hier darf eigentlich im Radius von 15 Kilometern keine Windkraftanlage gebaut werden. Danach könnten dann nur noch Windkraftanlagen im oberen Frettertal entstehen. „Das ist aber noch nicht geregelt“, so Bürgermeister Dietmar Heß, „daher werden wir diesen Einwand erst einmal vernachlässigen.“

Link zum Original-Artikel:  https://www.wr.de/staedte/kreis-olpe/windkraft-holt-die-leute-vom-sofa-id10650183.html

 

Drehfunkfeuer gefährdet Pläne – SK vom 04.03.2015

Verringerte Lebensqualität – Freie Wähler erteilen Windkraft in Finnentrop klare Absage – SK vom 09.07.14

Windpark für alle Bürger – Grundstücksbesitzer wehren sich gegen Vorwürfe – SK vom 07.07.14

Windpark Serkenrode/Schliprüthen , Risiken der Windenergie von Clemens Bernemann, Juni 2014

Stadtwerke Aachen planen Windpark bei Serkenrode – WP vom 15.05.2014

Stellungnahme des Sauerländer Heimatbundes aus 2015, Seite 14
Ausgabe März 2015 zum Entwurf des Regionalplanes Arnsberg Sachlicher Teilplan „Energie“ 2014

Der Windenergie die Flügel stutzen – Elmar Reuter, Sauerland 4/2013

Erntefeld Windkraft – Artikel von Friedhelm Tomba im SK aus Februar 2013

 

 

Aus einem Bericht von Friedhelm Tomba über eine Dorfversammlung in Schöndelt (Oktober 2013)

„Stürmischer Wind bis schwerer Sturm“ zeigte die Skala beim Thema „Windenergie“ an. Seit 2004 drehen sich in Schöndelt private Windräder. Aloys Webers Feststellung „Sie wohnen im einzigen Ortsteil, der die Windenergie bereits kennt“ führte zu einer Reihe von Wortbeiträgen.

  • „Ich höre ständig das monotone Geräusch der Windräder. Man sollte die Betreiber auf Schadenersatz verklagen.
  • Wer will denn hier noch hinziehen?“, warf Herrmann-Josef Alz in die Runde.
  • Helmut Schröder merkte an, das bei einem weiteren Ausbau in Schöndelt kein Haus mehr zu verkaufen sei.
  • Burkhard Hachen (Wiebelhausen) fügte an, das Jagden nicht mehr zu verpachten sein.

Bürgermeister Heß übernahm den Part des Diplomaten. „Durch den Ausbau von Windenenergie sollen nicht nur Millionäre kassieren. Die Gemeinde Finnentrop vertritt auch die Interessen der Bürger, die nicht so viel Geld haben. Es ist und bleibt unser Bestreben, den Bürger an der Windenergie zu beteiligen.“ Das war eine Vorlage für Windkraftbetreiber Werner Bille, der einen überraschenden Vorschlag machte. „Ist es nicht möglich, dass wir in Schöndelt oben auf dem Buchhagen gemeinsam unseren eigenen Windpark errichten? Wenn das Dorf eine einvernehmliche Lösung findet, wäre der Platz doch ideal dafür geeignet.“

Auf dem „Buchhagen“ befindet sich das Gelände, das früher von der Bundeswehr genutzt wurde. Bürgermeister Heß zeigte sich von dem Vorschlag durchaus positiv angetan. „Das wäre durchaus eine Möglichkeit.“ Zuvor muss allerdings aufgrund der Dorfdisharmonie in Sachen „Windenergie“ noch viel Wind aus den Segeln genommen werden. Den Vorbehalt, von Josef Schelle, das gerade zu nachtschlafender Zeit kein störendes Geräusch aufkommen dürfte, konterte Bille wie folgt: „ Jupp, wenn du erst mal daran beteiligt bist, und dann das Tacken der Räder hörst, kannst du auch bei offenen Fenster wunderbar schlafen.“

Kompletter Artikel: Eigener Windpark für Schöndelt – SK vom 18.10.2013

 

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